Mit dem Röntgenauge

Ein sensorgestütztes Sortierverfahren ermöglicht eine umfangreiche Kunststoffrückgewinnung aus der Shredderleichtfraktion

Die Shredderleichtfraktion (SLF) stellt ein außergewöhnlich komplex zusammengesetztes Abfallprodukt dar. Bislang bekannte Verfahren zur Aufbereitung der Shredderleichtfraktion konzentrieren sich darauf, die noch enthaltenen Metalle abzutrennen. Die Vorgaben der Altautoverordnung lassen sich jedoch nur erfüllen, wenn zusätzlich zu Metallen auch werkstofflich verwertbare Kunststoffe zurückgewonnen werden können. Im vorliegenden Beitrag wird eine sinnvolle Vorgehensweise zur Anreicherung verwertbarer Kunststoffe aus der Shredderleichtfraktion aufgezeigt. Mit konventionellen Verfahren der mechanischen Aufbereitung gelingt es zunächst, Polymere auf ungefähr mehr als 60 Massenprozent aufzukonzentrieren. Eine nachgeschaltete sensorgestützte Sortiermaschine mit dem Messverfahren Röntgentransmission erlaubt, dass die Massenkunststoffe PE/PP und Polystyrole zusammen auf fast 80 Massenprozent angereichert werden. Aus diesem Konzentrat lassen sich beide Kunststoffsorten mit Röntgensortierstufen selektiv abtrennen. Kostengünstigere und technisch vorteilhaftere Alternativen werden zurzeit entwickelt.

Autoren: Univ. Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz, Leiter des Instituts und Lehrstuhls für Aufbereitung und Recycling fester Abfallstoffe (I.A.R.) an der Rheinisch Westfälisch Technischen Hochschule Aachen
Dr.-Ing. Jörg Julius, Oberingenieur am I.A.R. an der RWTH Aachen



Copyright: © Rhombos-Verlag
Quelle: MITVERBRENNUNG (Oktober 2007)
Seiten: 5
Preis: € 0,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz
 
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