Obwohl die bei der Schokoladenherstellung anfallenden Geruchsemissionen im Allgemeinen als angenehm empfunden werden, können diese bei dauerhaftem Auftreten zu Belästigungen führen. Bei der Nestlé Deutschland AG wurde im Werk Hamburg mit Focus auf den Prozessschritt der Kakaomasseherstellung das vom Institut für AbfallRessourcenWirtschaft entwickelte Geruchsmanagementkonzept (Schlegelmilch et al., 2006; 2005; 2004) angewendet. Nach der Auswertung des erstellten Geruchskatasters wurden eine Reihe von möglichen Abluftbehandlungsverfahren mit dem dynamischen Testsystem auf ihre Eignung hin an einer repräsentativen Emissionsquelle untersucht. Anhand der durchgeführten Versuche konnte leider keine abschließende Aussage über Möglichkeiten der biologischen Abluftbehandlung getroffen werden, ein einfacher Wäscher stellte sich hingegen als ungeeignet für eine Geruchsreduzierung in diesem speziellen Fall heraus, während eine Aktivkohlestufe zumindest anfangs die Geruchsstoffe adsorbierte.
Bei der Kakaomasseherstellung treten Geruchsemissionen vor allem bei der Entgasung und beim Conchieren auf. Bei der Entgasung werden vorwiegend Essigsäure (ca. 0,05%) und saure Aromabegleitstoffe, aber wenig typisches Kakaoaroma ausgetragen. Zu den emittierenden Geruchsstoffen gehören weiterhin Aldehyde, Ketone und Ester. Der Wasserdampfgehalt der Abluft beträgt bis zu 2%. (VDI 3893, 1989). Neben Wasserdampf emittieren auch beim Conchieren in erster Linie Essigsäure, aber auch weitere flüchtige Stoffe wie beispielsweise Ethanal, Aceton, Diacetyl, Methanol, Ethanol, Isopropanol, Isobutanol, Isopentanol und Essigsäureethylester (Belitz et al., 2004).
Die Abluft aus den Prozessen der Kakaomasseherstellung weist einen sehr intensiven, süßlich schokoladigen Geruch auf. Er wird primär als angenehm bewertet, kann aber bei anhaltender Exposition belästigend wirken.
Copyright: | © Verlag Abfall aktuell |
Quelle: | Band 30 - Minimierung von Gerüchen (September 2007) |
Seiten: | 10 |
Preis: | € 0,00 |
Autor: | Mirko Schlegelmilch Kim Karen Kleeberg Volker Kummrow Dr.-Ing. Jan Streese-Kleeberg Prof. Dr.-Ing. Rainer Stegmann |
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