In mehreren europäischen Staaten kommt es in wenigen Jahren zu einer deutlichen Verschärfung der Deponiebestimmungen, die eine Behandlung der kommunalen und industriellen Abfallstoffe erforderlich machen. Da eine stoffliche Wiederverwertung der Abfälle nur wenigen Fällen möglich und sinnvoll erscheint, wird die thermische Verwertung eine wesentliche Rolle in der Abfallentsorgung spielen.
In Lenzing, Oberösterreich, wurde im Auftrag der AVE-Reststoffverwertung Lenzing GmbH & Co KG vom Konsortium AE / LEE eine zirkulierende Wirbelschichtkesselanlage zur thermischen Verwertung von Abfallstoffen mit einer Feuerungswärmeleistung von 110 MWth errichtet.
Den Hauptbrennstoff stellen sortierte Kunststoffabfälle (DSD-Materialien) sowie Reststoffe aus der Müll- und Kompostaufbereitung (Siebüberlauf, RDF) dar, daneben kommen zusätzlich Rejecte aus der Papierindurstrie, Altholz und Klärschlamm zum Einsatz. Es ist aber auch möglich, die Anlage mit 100 % Steinkohle zu betreiben.
Insgesamt ergibt sich daraus ein sehr breites Brennstoffspektrum mit einem Heizwertband von 6,5 bis 31 MJ/kg. Die Anlage ist vollständig in die Energiezentrale eines bestehenden Industriebetriebes integriert. Der Beitrag stellt das Anlagenkonzept vor und beschäftigt sich mit den Erfahrungen der ersten beiden Betriebsjahre.
In mehreren europäischen Staaten kommt es in wenigen Jahren zu einer deutlichen Verschärfung der Deponiebestimmungen, die eine Behandlung der kommunalen und industriellen Abfallstoffe erforderlich machen. Da eine stoffliche Wiederverwertung der Abfälle nur wenigen Fällen möglich und sinnvoll erscheint, wird die thermische Verwertung eine wesentliche Rolle in der Abfallentsorgung spielen. Neben einer deutlichen Verminderung des Deponievolumens und dem Erreichen des für die Deponierung zukünftig vorgeschriebenen maximalen Gehaltes an Restkohlenstoff lässt sich auf diese Weise auch die im Abfall enthaltene Energie für die Produktion von Prozesswärme nutzen.
Vor diesem Hintergrund plante der oberösterreichische Abfallentsorger AVE GmbH (ein gemeinsames Tochterunternehmen der oberösterreichischen ENERGIE AG und der deutschen RWE AG) den Bau einer derartigen Anlage zur thermischen Verwertung von Reststoffen. Die Errichtung erfolgte über die dafür eigens gegründete AVE Reststoffverwertung Lenzing GmbH & Co KG, ein Tochterunternehmen der AVE, auf dem Betriebsgelände des oberösterreichischen Viskosefaserherstellers LENZING AG. Aus dieser Konstellation ergeben sich mehrere Vorteile:
• Durch die vollständige Integration der neuen Anlage in die bestehende Energieerzeugungszentrale der LENZING AG kann die vorhandene Infrastruktur bis hin zum Betriebspersonal genutzt werden.
• Mit den Produktionsbetrieben der LENZINGAG ist ein ganzjährig gesicherter Bedarf an Prozessdampf gegeben. Zudem lässt sich durch das System der Kraft-Wärme-Kopplung ein hoher energetischer Gesamtwirkungsgrad von über 80% erreichen.
• Durch die Neuinvestition konnten drei ältere, kohlegefeuerte Anlagen stillgelegt sowie ein weiterer, gasbefeuerter Kessel in den Reservestand übertragen werden. Außerdem gewährleistet die Anlage die Entsorgungssicherheit für die am Industriestandort Lenzing anfallenden Klärschlämme auch bei Revision oder Ausfall der älteren AE-Wirbelschichtanlage aus dem Jahr 1986.
• Einen wesentlichen Gesichtspunkt stellt die Verwendung von Abluft aus der Viskosefaserproduktion als Verbrennungsluft dar. Mit der Entsorgung der darin enthaltenen Verunreinigungen, vor allem der sehr geruchsintensiven Bestandteile H2S und CS2, konnte ein bisher bestehendes Umweltproblem am Standort des Produktionsbetriebes weitgehend gelöst werden.
| Copyright: | © Veranstaltergemeinschaft Bilitewski-Faulstich-Urban |
| Quelle: | 7. Fachtagung Thermische Abfallbehandlung (März 2002) |
| Seiten: | 15 |
| Preis: | € 0,00 |
| Autor: | Dipl.-Ing. Helmut Anderl Dipl.-Ing. Kurt Kaufmann |
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